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Interview I boerse-express.com I Juni 2023

„Wir denken das Thema Energiewende breiter“

Mit einer Neuauflage des Energiewende Fonds 2030 bietet die 3 Banken-Generali ein breit gefächertes Investment in einen der Megatrends der nächsten Jahrzehnte. Die Fondsmanager Michael Kaser und Robert Riefler im Interview.
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BÖRSE EXPRESS: Mit dem Energiewende-Fonds 2030 haben Sie etwas mehr als 23 Millionen eingeworben. Kommt die Neuauflage jetzt, da das Ergebnis für Sie unter den Erwartungen lag, oder weil es als Erfolg angesehen wurde? Und rein technisch – warum kann man die ursprüngliche Variante nicht einfach aufstocken? Bzw. wo in der Portfolio-Aufstellung liegt der große Unterschied zwischen den beiden Fonds?
MICHAEL KASER: Das letzte Jahr war von turbulenten Bewegungen an den Kapitalmärkten geprägt. Dennoch war das Interesse am Fonds groß. Insofern sehen wir das Ergebnis als Erfolg. Warum wir den Fonds nun ein zweites Mal auflegen, hat mit der starken Attraktivität des Themenblocks „Energiewende“ zu tun: die EU und die USA werden mit ihren Maßnahmen im Bereich Nachhaltigkeit dafür sorgen, dass im gesamten Jahrzehnt Geldmittel für Investitionen zur Verfügung stehen und schaffen so eine Vielzahl attraktiver Investmentstorys. Der neue Laufzeitenfonds wird dieselbe Strategie wie der erste Energiewende-Fonds verfolgen und nach der Zeichnungsfrist für Käufe geschlossen sein. Die Grundidee bei Laufzeitenfonds ist es, den Blick von den täglichen Wellen der Finanzmärkte zu lösen und Richtung Horizont zu blicken. Damit das gelingt, bedarf es einer gewissen Mindestlaufzeit, die wir mit der Schließung des Fonds nach Zeichnungsfrist sicherstellen.

Aktieninvestments per se haben kein Ablaufdatum. Warum haben Sie sich hier dazu mit einer siebenjährigen Laufzeit entschlossen? Und gibt es die theoretische Möglichkeit der Verlängerung auf Investorenwunsch?
MICHAEL KASER: Die Antwort auf diese Frage steckt defacto schon im Namen „Energiewende“. Es handelt sich einfach ausgedrückt um die Wende von fossilen Energieträgern hin zu erneuerbaren Energiequellen. Auch wenn das nicht von heute auf morgen gelingt, so werden in diesem Jahrzehnt mit Sicherheit ein erheblicher Teil der dafür notwendigen Investitionen getätigt werden. Aus diesem Grund haben wir uns bewusst für eine Laufzeit bis 2030 entschieden. Die Logik einer Schließung nach Zeichnung – sodass alle Investoren dieselben Interessenslagen haben – macht bei einem Thema wie diesem, das bislang von starken Bullen- und Bärenmarktphasen geprägt war, besonders viel Sinn. Was nach Ende der Laufzeit passiert ist aus heutiger Sicht schwierig zu beantworten. Aber wie Sie selbst sagen, Aktieninvestments haben per se kein Ablaufdatum und am Markt lassen sich immer attraktive Investments identifizieren.

Nach welchen fundamentalen oder technischen Kriterien werden die Depot-Kandidaten ausgewählt – zu Beginn steht wahrscheinlich ein Branchenfilter… Und gibt es Mindestkriterien zu Liquidität, Marktkapitalisierung etc.?
ROBERT RIEFLER: Branchenfilter setzen wir ein, jedoch sind diese nicht zu eng gefasst, da es immer wieder Unternehmen gibt, die nicht klassisch aus dem Energiesektor oder verwandten Sektoren kommen, jedoch trotzdem wesentlich zum Lösen der im Fondsfokus stehenden Problematiken beitragen können – Svenska Cellulosa, Nemetschek, Wienerberger oder Aurubis sind dafür plakative Beispiele. Bei den fundamentalen Kriterien kommt die klassische bottom-up Methode in der Analyse zum Einsatz, wobei natürlich bei diesem Fonds deutlich mehr Wert auf die Bewertung der Wachstumsmöglichkeiten gelegt wird, als das bei vielen fundamental ausgerichteten Aktienfonds der Fall ist.

Wird es wie in Teil 1 wahrscheinlich auch in der Neuauflage Depotmitglieder aus Österreich geben? Und können Sie je Investitionsthema einen typischen Depotkandidaten nennen?
MICHAEL KASER: Ja, da wir im neuen Laufzeitenfonds auf die bekannte Strategie unseres ersten Energiewende-Fonds setzen, werden wir klarerweise wieder in österreichische Unternehmen wie Wienerberger oder Verbund investiert sein. Was die Regionen- und Themengewichtung betrifft, sind wir aber vollkommen ungebunden und können je nach Marktentwicklung von der bisherigen Allokation stärker abweichen. Die Investitionsthemen sind die bereits bekannten: Erneuerbare Energien, Neue Mobilität, Energiesparen, Recycling & Kreislaufwirtschaft und Innovation & Technologie. Im Bereich der erneuerbaren Energien sind wir neben Large Caps wie Orsted, auch in unbekanntere Unternehmen wie NEL investiert. Im Bereich „Mobilität“ kann man den chinesischen Hersteller von Elektroautos BYD hervorheben, aber auch Wasserstoffunternehmen wie Air Liquide. Den Bereich „Energiesparen“ decken wir u.a. mit Wärmepumpenproduzenten wie Trane Technologies oder Nibe Industrier ab. Im Bereich „Recycling & Kreislaufwirtschaft“ ist Tomra - Pfandsysteme und Sortiermaschinen - erwähnenswert und im Themenblock „Innovation & Technologie“ findet man viele Unternehmen aus dem IT-Bereich, da ohne passende Software oder Halbleiter eine Energiewende unmöglich wäre.

Die Aufteilung zu Fondsbeginn startet mit einer Gleichgewichtung? Was heißt ab nun aktives Management – wann schreiten Sie wieder ein?
ROBERT RIEFLER: Die Gewichtungen der Einzeltitel sind in diesem Fonds unterschiedlich hoch, was der Tatsache geschuldet ist, dass wir bewusst in eine größere Anzahl an Unternehmen investieren wollen, die über eine größere Wachstumsdynamik verfügen. Prinzipiell kann man erwarten, dass wir viele der Large Caps, in die wir investieren und die die Energiewende mitgestalten, v.a. zu Beginn höher gewichten werden, diese jedoch in noch attraktivere und dynamischere Unternehmen umschichten wollen, so diese Fahrt aufnehmen und die Rahmenbedingungen dies begünstigen.

Sie dürfen laut Fonds-Statuten Derivate zu mehr als reinen Absicherungsgeschäften einsetzen. Was stelle ich mir darunter vor?
ROBERT RIEFLER: Das bedeutet, dass wir bspw. in Crash-Situationen am Aktienmarkt Derivate, meist auf Indexebene, einsetzen dürfen, die eine andere Zusammensetzung aufweisen als unsere Fonds, d.h. dass das theoretische Risiko dadurch zwar erhöht wird, jedoch wirtschaftlich in der Regel durch diese Derivatgeschäfte positive Erträge erwirtschaftet werden können, welche die Kursverluste des Aktienportfolios abfedern sollen. Tatsächlich muss man in diesem Zusammenhang jedoch darauf hinweisen, dass diese Derivate-Geschäfte bei uns eine stark untergeordnete Rolle spielen.

Es gibt zwei Fondsmanager – wie erfolgt die Arbeitsaufteilung?
ROBERT RIEFLER: Die Arbeitsaufteilung definiert sich im Wesentlichen dadurch, dass wir uns einerseits in sämtlichen Entscheidungsprozessen abstimmen, andererseits bei der Entwicklung neuer Ideen – aufgrund dessen, dass wir unterschiedliche Hintergründe haben, unterschiedlich ticken – ein wesentlich breiteres Spektrum abdecken können, als das alleine der Fall wäre; das bedeutet, dass wir beide in allen fünf Themengebieten mitwirken, sich jedoch bei jedem von uns thematische Schwerpunkte in der Expertise entwickeln.

Was sind aus Ihrer Sicht die zwei Top-Gründe für ein Investment in einen Energiewende Fonds?
MICHAEL KASER: Die Energiewende ist einer der großen Megatrends in diesem Jahrzehnt. Die Attraktivität des Themas hat mit den Überlegungen der EU im Bereich Nachhaltigkeit/Taxonomie und den USA mit den Inflation Reduction Act, einem mächtigen Investitionsprogramm für grüne Energien, zuletzt weiter zugenommen. Die Basis für verfügbare Investitionsmittel und attraktive Investmentstorys ist damit geschaffen. Und neben attraktiven Renditeaussichten, können Investorinnen und Investoren noch einen wesentlichen Beitrag zum Erfolg diese Wende hin zu erneuerbaren Energiequellen leisten.

Und warum Ihr Energiewende-Fonds?
MICHAEL KASER: Wir denken das Thema Energiewende breiter als manche Mitbewerber und schränken uns in den Themenbereichen weniger ein. Vom Bereich der Erneuerbaren Energien über Mobilität bis hin zu den vielen Möglichkeiten des Energiesparens. Dazu kommt das Thema Recycling und Kreislaufwirtschaft, weil auch die Ressourcenschonung eine wesentliche Komponente der Energiewende ist. Die Jahre bis 2030 werden viele technische Innovationen bringen, die exakte Richtung ist heute in vielen Fällen aber noch nicht ganz klar. Wir haben deshalb klare Themen definiert, aber keine Mindest- oder Höchstgewichtungen festgelegt.

3 Banken Energiewende 2030/2
 

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